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Was muss man über den Führerschein B1 wissen?

Der Führerschein B1 ist eine europäische Fahrerlaubnisklasse für bestimmte schwere drei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge. In Deutschland wird diese Klasse jedoch nicht eigenständig erteilt. Für schwere Quadricycles der Klasse L7e ist hier grundsätzlich der Führerschein B erforderlich.

Für leichte, auf 45 km/h begrenzte Ligier Mopedautos der Klasse L6e genügt dagegen der Führerschein AM, der in Deutschland bereits ab 15 Jahren erworben werden kann.

Was ist der Führerschein B1?

Die europäische Führerscheinklasse B1 berechtigt zum Fahren bestimmter schwerer vierrädriger Kraftfahrzeuge der Klasse L7e. Dazu gehören beispielsweise einige größere Quadricycles und Quads mit einer maximalen Motorleistung von 15 kW.

Die genauen technischen Voraussetzungen hängen von der jeweiligen L7e-Unterklasse und der Zulassung des Fahrzeugs ab. Entscheidend ist deshalb immer die in den Fahrzeugpapieren ausgewiesene Fahrzeugklasse.

Da Deutschland die Klasse B1 nicht separat ausstellt, sind die entsprechenden Fahrzeuge hier grundsätzlich mit dem Pkw-Führerschein der Klasse B zu fahren.

Welcher Führerschein gilt für welches Mopedauto?

In Deutschland wird zwischen zwei wichtigen Fahrzeugklassen unterschieden:

  • L6e: leichtes vierrädriges Kraftfahrzeug, bauartbedingt auf 45 km/h begrenzt – Führerschein AM ab 15 Jahren
  • L7e: schweres vierrädriges Kraftfahrzeug – grundsätzlich Führerschein B
  • Die Führerscheinklasse B1 anderer EU-Staaten darf daher nicht mit dem deutschen AM-Führerschein verwechselt werden.

Welche Voraussetzungen gelten für den Führerschein B?

Für den Erwerb der Klasse B gelten insbesondere folgende Voraussetzungen:

  • Mindestalter von 18 Jahren oder 17 Jahren beim Begleiteten Fahren
  • Anmeldung und Ausbildung in einer Fahrschule
  • gültiger Sehtest
  • Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs
  • biometrisches Passfoto und gültiges Ausweisdokument
  • erfolgreiche theoretische und praktische Prüfung

Französische Nachweise wie ASSR, ASR oder JDC sind in Deutschland nicht erforderlich.

Wie erhält man den Führerschein der Klasse B?

Die Anmeldung erfolgt über eine Fahrschule. Diese begleitet den Antrag bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde und bereitet den Bewerber auf beide Prüfungsteile vor.

Die Ausbildung umfasst:

  • allgemeinen und klassenspezifischen Theorieunterricht
  • praktische Fahrstunden
  • vorgeschriebene Sonderfahrten
  • theoretische Fahrerlaubnisprüfung
  • praktische Fahrerlaubnisprüfung

Eine vollständig freie Anmeldung ohne die vorgeschriebene Fahrschulausbildung ist in Deutschland nicht vorgesehen.

Die theoretische Prüfung

Beim erstmaligen Erwerb der Klasse B umfasst die computergestützte Prüfung in der Regel 30 Fragen. Sie behandelt Verkehrsregeln, Gefahrenerkennung, umweltbewusstes Fahren und technische Grundlagen.

Grundsätzlich darf der Bewerber höchstens zehn Fehlerpunkte erreichen. Werden zwei Fragen mit jeweils fünf Fehlerpunkten falsch beantwortet, gilt die Prüfung dennoch als nicht bestanden. Anlage 7 FeV

Die praktische Prüfung

Nach bestandener Theorieprüfung und abgeschlossener Fahrausbildung folgt die praktische Prüfung. Der Prüfer befindet sich dabei gemeinsam mit dem Fahrlehrer und dem Bewerber im Fahrzeug.

Die Prüfung dauert bei der Klasse B insgesamt etwa 55 Minuten. Dabei werden unter anderem bewertet:

  • sichere Fahrzeugbedienung
  • selbstständiges und vorausschauendes Fahren
  • Einhaltung der Verkehrsregeln
  • richtiges Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern
  • Durchführung verschiedener Grundfahraufgaben
  • umweltbewusste und energiesparende Fahrweise

Die Prüfung ist bestanden, wenn keine schwerwiegenden oder wiederholten Fehler festgestellt werden. § 17 FeV

Was kostet der Führerschein?

Die Kosten für den Führerschein B unterscheiden sich je nach Fahrschule, Region, Anzahl der benötigten Fahrstunden und Zahl der Prüfungsversuche.

Zusätzlich zu den Fahrschulkosten können Gebühren für Lernmaterialien, Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Führerscheinantrag sowie Theorie- und Praxisprüfung anfallen. Es empfiehlt sich, vor der Anmeldung mehrere Fahrschulangebote zu vergleichen.

Auch die Kosten für den AM-Führerschein können je nach Fahrschule und individuellem Ausbildungsbedarf variieren.

Wie wird der Führerschein verlängert?

Der deutsche Kartenführerschein wird grundsätzlich für 15 Jahre ausgestellt. Nach Ablauf dieser Frist muss lediglich das Dokument erneuert werden.

Die Fahrerlaubnis selbst bleibt bestehen. Eine erneute theoretische oder praktische Prüfung ist normalerweise nicht erforderlich. Der Antrag wird bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde gestellt.

Gut zu wissen

Wer ein aktuelles Ligier Mopedauto der Klasse L6e fahren möchte, benötigt in Deutschland keinen B- oder B1-Führerschein. Der Führerschein AM genügt und kann bereits ab 15 Jahren erworben werden.

Bis zum 16. Geburtstag darf die in Deutschland erworbene AM-Fahrerlaubnis grundsätzlich nur innerhalb Deutschlands genutzt werden.